Für den Ordnerdruck benötigen Sie hauptsächlich druckfähige PDF-Dateien, die alle Schriften einbetten, im CMYK-Farbmodus angelegt sind und Beschnittzugabe enthalten. In diesem Leitfaden erfahren Sie, welche Dateiformate Druckereien akzeptieren, wie Sie druckfähige PDFs erstellen, welche Auflösung erforderlich ist und wie Sie häufige Fehler vermeiden. Vektorgrafiken in Formaten wie AI oder EPS eignen sich besonders für Logos und grafische Elemente, während hochauflösende Pixelgrafiken mit mindestens 300 dpi für Fotos verwendet werden sollten. Die richtige Dateivorbereitung sorgt dafür, dass Ihr Ordner exakt so gedruckt wird, wie Sie ihn sich vorstellen.
Welche Dateiformate eignen sich für den Ordnerdruck?
Für den Ordnerdruck akzeptieren Druckereien hauptsächlich PDF-Dateien, da sie universell kompatibel und zuverlässig sind. Daneben werden auch native Vektorformate wie Adobe Illustrator (AI) und EPS verwendet, besonders wenn nachträgliche Anpassungen nötig sein könnten. InDesign-Dateien (INDD) werden seltener direkt akzeptiert, können aber als Quelldateien hilfreich sein.
PDF hat sich als Standard durchgesetzt, weil es alle Gestaltungselemente in einem Dokument zusammenfasst. Schriften werden eingebettet, Farben bleiben erhalten und das Layout wird fixiert. Das bedeutet: Was Sie auf Ihrem Bildschirm sehen, entspricht dem Druckergebnis.
Vektorformate wie AI und EPS bieten den Vorteil, dass Logos und grafische Elemente in beliebiger Größe scharf bleiben. Sie eignen sich besonders für Siebdruck oder Heißfolienprägung auf Ordnern. Diese Formate enthalten mathematisch definierte Linien und Flächen statt Pixeln.
InDesign-Dateien werden meist als Arbeitsdateien verwendet und dann als PDF exportiert. Wenn Sie mehrere Versionen eines Ordnerdesigns planen, kann es sinnvoll sein, die InDesign-Datei aufzubewahren. Für die tatsächliche Produktion wird aber immer ein PDF benötigt.
Warum ist PDF das beliebteste Format für Druckdaten?
PDF ist das bevorzugte Format für Druckdaten, weil es plattformunabhängig funktioniert und alle Gestaltungselemente zuverlässig bewahrt. Egal ob Sie mit Windows, Mac oder Linux arbeiten – eine PDF-Datei sieht überall gleich aus. Schriften werden automatisch eingebettet, sodass fehlende Fonts beim Druckdienstleister kein Problem darstellen.
Die Farbverwaltung in PDF-Dateien ist besonders zuverlässig. Wenn Sie Ihre Datei im CMYK-Farbmodus anlegen, bleiben diese Farbwerte beim Druck erhalten. Das verhindert unangenehme Überraschungen, wenn aus leuchtendem Bildschirmrot ein dunkleres Druckrot wird.
Für Druckereien bedeutet PDF auch Sicherheit im Produktionsprozess. Die Datei kann nicht versehentlich verändert werden, alle Elemente sind an der richtigen Position fixiert und Transparenzen werden korrekt verarbeitet. Das reduziert Fehlerquellen erheblich.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Komprimierung. PDF-Dateien können Bilder in hoher Qualität enthalten, ohne unnötig groß zu werden. Das erleichtert den Datenaustausch per E-Mail oder Upload-Portal.
Was bedeutet der Unterschied zwischen Vektor- und Pixelgrafiken beim Druck?
Vektorgrafiken bestehen aus mathematisch definierten Linien, Kurven und Flächen, während Pixelgrafiken aus einzelnen Bildpunkten zusammengesetzt sind. Vektoren bleiben in jeder Größe scharf, Pixel können bei Vergrößerung unscharf oder pixelig wirken. Für den Ordnerdruck bedeutet das: Logos und Schriften sollten als Vektoren vorliegen, Fotos sind naturgemäß Pixelgrafiken.
Ihr Firmenlogo auf dem Ordner wird idealerweise als Vektorgrafik angelegt. Wenn Sie es später auf einem größeren Format wie einem Messestand verwenden möchten, bleibt es gestochen scharf. Bei einer Pixelgrafik müssten Sie darauf achten, dass die Auflösung für jede Größe ausreicht.
Fotos und Produktbilder auf Ordnern sind immer Pixelgrafiken. Das ist völlig normal und richtig so. Wichtig ist hier die Auflösung: 300 dpi sorgen für gestochen scharfe Druckergebnisse. Eine niedrigere Auflösung führt zu unscharfen oder körnigen Bildern.
Manche Gestaltungselemente kombinieren beide Welten. Ein Ordnerdesign kann vektorbasierte Logos und Schriften mit hochauflösenden Produktfotos verbinden. In einer PDF-Datei werden beide Grafiktypen optimal zusammengeführt.
Wann verwenden Sie welches Format?
Verwenden Sie Vektorgrafiken für Logos, Icons, Schriftzüge und grafische Elemente. Setzen Sie Pixelgrafiken für Fotos, Produktabbildungen und realistische Darstellungen ein. Bei Texturen oder Hintergründen kommt es auf den gewünschten Effekt an.
Welche Auflösung brauchen deine Druckdaten wirklich?
Für professionellen Ordnerdruck benötigen Sie eine Auflösung von 300 dpi (dots per inch) bei der tatsächlichen Druckgröße. Diese Auflösung sorgt dafür, dass Bilder gestochen scharf wirken und keine Pixel sichtbar werden. Niedrigere Auflösungen wie 72 oder 150 dpi, die für Bildschirme ausreichen, führen beim Druck zu unscharfen Ergebnissen.
Die Auflösung bezieht sich immer auf die endgültige Druckgröße. Wenn ein Bild auf Ihrem Ordner 10 x 10 cm groß sein soll, muss es in dieser Größe 300 dpi haben. Ein kleineres Bild, das Sie hochskalieren, verliert an Schärfe.
In Adobe Photoshop prüfen Sie die Auflösung unter Bild → Bildgröße. Achten Sie darauf, dass die Auflösung bei der gewünschten Druckgröße mindestens 300 dpi beträgt. In Adobe InDesign sehen Sie die effektive Auflösung platzierter Bilder im Verknüpfungen-Bedienfeld.
Höhere Auflösungen wie 600 dpi bringen beim Offsetdruck kaum sichtbare Verbesserungen, vergrößern aber die Dateigröße unnötig. 300 dpi sind der optimale Kompromiss zwischen Qualität und Handhabbarkeit.
Auflösung anpassen ohne Qualitätsverlust
Wenn Ihre Bilddatei zu niedrig aufgelöst ist, können Sie die Auflösung nicht nachträglich verbessern. Das Hochrechnen erzeugt keine zusätzlichen Bildinformationen. Verwenden Sie von Anfang an hochauflösende Originalbilder oder lassen Sie Fotos professionell erstellen.
Wie erstellst du eine druckfähige PDF-Datei richtig?
Eine druckfähige PDF-Datei erstellen Sie, indem Sie beim Export den CMYK-Farbmodus wählen, alle Schriften einbetten, Beschnittzugabe hinzufügen und die Auflösung auf mindestens 300 dpi einstellen. In Adobe InDesign oder Illustrator verwenden Sie dafür die PDF-Voreinstellung „PDF/X-4“ oder „Druckausgabequalität“.
Öffnen Sie in InDesign den Export-Dialog über Datei → Exportieren und wählen Sie als Format „Adobe PDF (Druck)“. Wählen Sie dann die Vorgabe „PDF/X-4:2010“. Diese Einstellung aktiviert automatisch die wichtigsten Druckparameter.
Kontrollieren Sie unter „Marken und Anschnitt“, dass die Beschnittzugabe eingestellt ist. Üblicherweise sind das 3 mm auf jeder Seite. Aktivieren Sie bei Bedarf Schnittmarken, damit die Druckerei sieht, wo der Ordner beschnitten werden soll.
Im Bereich „Ausgabe“ stellen Sie sicher, dass als Farbkonvertierung „In Zielprofil konvertieren (Werte beibehalten)“ und als Ziel „Coated FOGRA39“ ausgewählt ist. Das ist das Standardprofil für gestrichenes Papier in Europa.
Prüfen Sie vor dem finalen Export, ob alle Bilder in CMYK vorliegen und die richtige Auflösung haben. Das Preflight-Bedienfeld in InDesign zeigt Ihnen mögliche Probleme an.
Häufige Fehler vermeiden
Exportieren Sie keine PDF-Dateien im RGB-Farbmodus. Vergessen Sie nicht die Beschnittzugabe. Achten Sie darauf, dass alle verwendeten Schriften tatsächlich eingebettet sind. Diese drei Punkte verursachen die meisten Probleme beim Druckdatencheck.
Was sind Beschnittzugabe und Sicherheitsabstand und warum brauchst du sie?
Die Beschnittzugabe ist ein Rand von üblicherweise 3 mm, der über das Endformat hinausgeht und beim Schneiden entfernt wird. Der Sicherheitsabstand ist ein Bereich von etwa 3 mm innerhalb des Endformats, in dem keine wichtigen Elemente wie Text oder Logos platziert werden sollten. Beide sind wichtig, damit Ihr Ordner nach dem Schneiden perfekt aussieht.
Beim Druckprozess wird zunächst ein größeres Papierformat bedruckt und anschließend auf das Endformat zugeschnitten. Dieser Schnitt kann minimal variieren. Ohne Beschnittzugabe würden am Rand weiße Blitzer entstehen, wenn der Schnitt minimal nach außen abweicht.
Ziehen Sie alle Hintergründe, Bilder und farbigen Flächen bis in die Beschnittzugabe hinein. Wenn Ihr Ordner beispielsweise einen blauen Hintergrund haben soll, muss dieser 3 mm über den Rand hinausgehen. So bleibt der Ordner auch bei minimalen Schnittabweichungen komplett blau.
Der Sicherheitsabstand schützt wichtige Inhalte vor dem Beschnitt. Platzieren Sie Texte, Logos und andere relevante Elemente mindestens 3 mm vom Rand entfernt. Wenn der Schnitt minimal nach innen abweicht, bleiben diese Elemente vollständig erhalten.
Bei Ordnern mit Siebdruck oder Heißfolienprägung sind diese Abstände besonders wichtig. Die mechanische Verarbeitung erfordert Toleranzen, die Sie bei der Gestaltung berücksichtigen sollten. Hochwertige Präsentationslösungen entstehen durch sorgfältige Planung dieser technischen Details.
Praktische Umsetzung
Richten Sie in Ihrem Layoutprogramm das Dokument mit Beschnittzugabe ein. In InDesign finden Sie diese Einstellung unter Datei → Dokument einrichten → Anschnitt und Infobereich. Erstellen Sie Hilfslinien für den Sicherheitsabstand, an denen Sie sich beim Gestalten orientieren.
Fazit: Die richtige Dateivorbereitung ist wichtig für ein perfektes Druckergebnis bei Ihrem Ordner. Mit druckfähigen PDF-Dateien im CMYK-Modus, 300 dpi Auflösung, eingebetteten Schriften sowie korrekter Beschnittzugabe und Sicherheitsabständen legen Sie die Grundlage für hochwertige Produktpräsentationen. Wenn Sie nach individuellen Lösungen suchen, die genau zu Ihren Anforderungen passen, lohnt sich ein Blick auf die Möglichkeiten von Ordnern in Sonderanfertigung – dort finden Sie Inspiration und konkrete Beispiele für maßgeschneiderte Gestaltungen.
Welche Programme eignen sich für die Erstellung von Druckdaten?
Die Wahl der richtigen Software für die Erstellung von Druckdaten hängt von Ihrem Budget, Ihren Kenntnissen und den Anforderungen Ihres Projekts ab. Professionelle Druckereien arbeiten hauptsächlich mit Adobe-Programmen, aber es gibt auch kostenlose Alternativen und Online-Tools, die für viele Anwendungen ausreichend sind.
Professionelle Adobe-Lösungen
Adobe InDesign ist der Industriestandard für mehrseitige Dokumente und komplexe Layouts. Es bietet präzise Farbverwaltung, professionelle Typografie und nahtlose Integration mit anderen Adobe-Programmen. Für Ordnerdesigns mit mehreren Seiten und komplexen Gestaltungselementen ist InDesign die erste Wahl.
Adobe Illustrator eignet sich perfekt für Vektorgrafiken, Logos und einfache Layouts. Die präzise Vektorbearbeitung und die umfangreichen Exportoptionen machen es ideal für Ordnergestaltungen mit grafischen Elementen. Illustrator erzeugt gestochen scharfe Ergebnisse in jeder Größe.
Adobe Photoshop ist unverzichtbar für die Bildbearbeitung und Retusche von Fotos, die auf Ordnern verwendet werden. Es bietet professionelle Farbkorrektur und die Möglichkeit, Bilder optimal für den Druck aufzubereiten.
Kostenlose Alternativen
Scribus ist eine kostenlose Alternative zu InDesign und bietet viele professionelle Funktionen für das Layout-Design. Es unterstützt CMYK-Farben und PDF/X-Export, hat aber eine steilere Lernkurve und weniger Vorlagen als kommerzielle Programme.
Inkscape ist ein kostenloses Vektorgrafikprogramm, das als Alternative zu Illustrator dient. Es eignet sich gut für die Erstellung von Logos und einfachen Layouts, bietet aber weniger professionelle Druckfunktionen.
GIMP kann als kostenlose Photoshop-Alternative für die Bildbearbeitung genutzt werden. Für einfache Retuschen und Anpassungen ist es ausreichend, erreicht aber nicht die Präzision professioneller Software bei der Farbverwaltung.
Online-Tools und Vorlagen für Einsteiger
Online-Design-Tools wie Canva oder Adobe Express bieten vorgefertigte Ordner-Vorlagen und einfache Bearbeitung im Browser. Sie sind ideal für Einsteiger ohne Designerfahrung, haben aber Einschränkungen bei der Druckqualität und den Exportoptionen.
Viele Druckereien bieten eigene Online-Designer mit Vorlagen an, die bereits für ihre Produktionsverfahren optimiert sind. Diese Tools garantieren druckfähige Ergebnisse, schränken aber die gestalterische Freiheit ein.
Vergleich der Software-Optionen
| Software | Vorteile | Nachteile | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Adobe Creative Suite | Industriestandard, beste Druckqualität, umfangreiche Funktionen | Hohe Kosten, Lernaufwand | Professionelle Projekte, komplexe Designs |
| Scribus/Inkscape/GIMP | Kostenlos, Open Source, grundlegende Profi-Funktionen | Weniger Vorlagen, steilere Lernkurve | Budget-bewusste Nutzer mit Zeit zum Lernen |
| Online-Tools | Einfach zu bedienen, Vorlagen verfügbar, keine Installation | Begrenzte Funktionen, weniger Kontrolle über Druckqualität | Einsteiger, einfache Projekte, schnelle Lösungen |
Für professionelle Ordnerproduktionen empfehlen Druckereien Adobe-Programme, da sie die zuverlässigsten Ergebnisse liefern. Wenn Sie regelmäßig Drucksachen erstellen, rechtfertigt sich die Investition in professionelle Software durch die Zeitersparnis und bessere Qualität.
Praxisbeispiel: So erstellen Sie Ihre Ordner-Druckdaten Schritt für Schritt
Anhand eines konkreten Beispiels zeigen wir Ihnen den kompletten Workflow: Sie möchten einen A4-Ordner mit Firmenlogo und Produktfotos gestalten. Folgen Sie diesem bewährten Schritt-für-Schritt-Prozess für perfekte Druckdaten.
1. Dokumenteinrichtung mit korrekten Maßen
Erstellen Sie in Adobe InDesign ein neues Dokument mit den Maßen 220 x 315 mm (A4-Ordner aufgeklappt). Stellen Sie unter „Anschnitt und Infobereich“ eine Beschnittzugabe von 3 mm auf allen Seiten ein. Wählen Sie als Farbmodus CMYK und setzen Sie die Auflösung auf 300 dpi. Diese Grundeinstellung ist das Fundament für professionelle Druckdaten.
2. Platzierung von Vektorelementen (Logo)
Importieren Sie Ihr Firmenlogo als AI- oder EPS-Datei über Datei → Platzieren. Positionieren Sie es mindestens 3 mm vom Rand entfernt (Sicherheitsabstand). Prüfen Sie im Verknüpfungen-Bedienfeld, dass das Logo als Vektorgrafik erkannt wird – es sollte kein Auflösungswert angezeigt werden. Vektorelemente bleiben in jeder Größe scharf und eignen sich perfekt für Logos.
3. Einbindung hochauflösender Fotos
Platzieren Sie Ihre Produktfotos als TIFF- oder PSD-Dateien. Achten Sie darauf, dass im Verknüpfungen-Bedienfeld eine effektive Auflösung von mindestens 300 dpi angezeigt wird. Wenn Sie ein Foto skalieren, verändert sich die effektive Auflösung: Bei 50% Skalierung verdoppelt sich die Auflösung, bei 200% halbiert sie sich. Halten Sie Fotos möglichst in Originalgröße oder verkleinern Sie sie nur geringfügig.
4. Farbmanagement-Check durchführen
Öffnen Sie das Separationsvorschau-Bedienfeld (Fenster → Ausgabe → Separationsvorschau). Aktivieren Sie „Separationen“ und prüfen Sie, ob alle Farben korrekt in CMYK-Kanälen angezeigt werden. RGB-Elemente werden hier als problematisch markiert. Konvertieren Sie bei Bedarf RGB-Bilder in Photoshop zu CMYK mit dem Profil „Coated FOGRA39“.
5. Beschnittzugabe-Kontrolle
Wechseln Sie in die Anschnittansicht (W-Taste) und prüfen Sie, ob alle Hintergrundelemente bis in die rote Beschnittzugabe-Linie reichen. Wichtige Elemente wie Text und Logos müssen innerhalb der schwarzen Seitenränder (Sicherheitsabstand) liegen. Ziehen Sie Hintergrundfarben und -bilder vollständig bis zum äußeren Rand der Beschnittzugabe.
6. PDF-Export mit optimalen Einstellungen
Exportieren Sie über Datei → Exportieren → Adobe PDF (Druck). Wählen Sie die Vorgabe „PDF/X-4:2010“. Kontrollieren Sie folgende Einstellungen: Unter „Allgemein“ sollte die Kompatibilität auf „Acrobat 7 (PDF 1.6)“ stehen. Im Bereich „Komprimierung“ stellen Sie Farbbilder auf „Automatisch (JPEG)“ mit „Maximum“ Qualität. Unter „Marken und Anschnitt“ aktivieren Sie „Anschnitteinstellungen des Dokuments verwenden“ und optional „Schnittmarken“. Im „Ausgabe“-Bereich wählen Sie „In Zielprofil konvertieren“ mit „Coated FOGRA39“.
Nach dem Export prüfen Sie die PDF-Datei mit Adobe Acrobat Professional auf Druckproduktion. Das Preflight-Profil „PDF/X-4“ zeigt Ihnen eventuelle Probleme an. Eine fehlerfreie Prüfung garantiert, dass Ihre Druckdaten professionellen Standards entsprechen.
Häufige Probleme bei Druckdaten und wie Sie diese lösen
Problem 1: Druckerei meldet RGB-Farben in der Datei
Wenn die Druckerei meldet, dass Ihre PDF-Datei RGB-Farben enthält, müssen Sie diese in CMYK konvertieren. RGB-Farben können beim Druck anders aussehen als auf dem Monitor, da Drucker mit Cyan, Magenta, Yellow und Key (Schwarz) arbeiten.
Öffnen Sie Ihre Originaldatei in Adobe InDesign oder Illustrator und prüfen Sie alle platzierten Bilder. Konvertieren Sie RGB-Bilder in Photoshop über Bild → Modus → CMYK-Farbe. Achten Sie darauf, dass auch Farbfelder und Verläufe im CMYK-Modus angelegt sind. Exportieren Sie anschließend eine neue PDF-Datei mit der Vorgabe „PDF/X-4“.
Problem 2: Schriften fehlen oder sind nicht eingebettet
Fehlende oder nicht eingebettete Schriften führen zu Textverschiebungen oder Schriftartersetzungen beim Druck. Dieses Problem erkennen Sie daran, dass die Druckerei nach Schriftdateien fragt oder das Layout anders aussieht als erwartet.
Prüfen Sie in Adobe Acrobat unter Datei → Eigenschaften → Schriften, ob alle Schriften als „eingebettet“ markiert sind. Falls nicht, öffnen Sie die Originaldatei und exportieren Sie erneut als PDF. Aktivieren Sie dabei unter „Erweitert“ die Option „Alle Schriften einbetten“. Bei InDesign können Sie im Preflight-Bedienfeld prüfen, ob alle verwendeten Schriften verfügbar sind.
Problem 3: Bilder sind zu niedrig aufgelöst
Niedrig aufgelöste Bilder erkennen Sie daran, dass sie beim Zoomen pixelig oder unscharf wirken. Die Druckerei wird Sie warnen, wenn Bilder unter 300 dpi liegen. Nachträgliches Hochrechnen verbessert die Qualität nicht.
Prüfen Sie in InDesign im Verknüpfungen-Bedienfeld die „Effektive Auflösung“ aller platzierten Bilder. Werte unter 300 dpi sind problematisch. Beschaffen Sie höher aufgelöste Originalbilder oder lassen Sie Fotos professionell neu erstellen. Als Notlösung können Sie das betroffene Bild kleiner skalieren, wodurch die effektive Auflösung steigt.
Problem 4: Beschnitt fehlt oder ist falsch angelegt
Ohne Beschnittzugabe entstehen beim Schneiden weiße Ränder, wenn der Schnitt minimal abweicht. Diesen Fehler bemerken Sie oft erst beim gedruckten Ergebnis. Eine nachträgliche Korrektur ist möglich, aber aufwendig.
Öffnen Sie Ihre Originaldatei und erweitern Sie alle Hintergründe und randabfallenden Elemente um 3 mm über das Endformat hinaus. In InDesign stellen Sie unter Datei → Dokument einrichten die Beschnittzugabe auf 3 mm ein. Alle Farben und Bilder, die bis zum Rand gehen sollen, müssen bis in diesen Bereich hineinreichen. Exportieren Sie anschließend eine neue PDF-Datei.
Problem 5: Datei ist zu groß für den Upload
Große PDF-Dateien entstehen meist durch hochauflösende Bilder oder nicht optimierte Komprimierung. Upload-Portale haben oft Größenbeschränkungen von 50-100 MB. Übermäßige Komprimierung kann jedoch die Druckqualität beeinträchtigen.
Reduzieren Sie in den PDF-Export-Einstellungen unter „Komprimierung“ die JPEG-Qualität auf „Hoch“ statt „Maximum“. Achten Sie darauf, dass die Auflösung bei 300 dpi bleibt. Alternativ können Sie sehr große Bilder in Photoshop vor dem Import optimieren. Bei mehreren Dateien teilen Sie das Projekt auf oder nutzen Sie Cloud-Dienste wie WeTransfer für den Datenaustausch.
Checkliste: So prüfen Sie Ihre Druckdaten vor dem Versand
Bevor Sie Ihre Ordner-Druckdaten an die Druckerei senden, sollten Sie diese systematische Checkliste durchgehen. Jeder Punkt sollte mit „Ja“ beantwortet werden können, um perfekte Druckergebnisse zu gewährleisten.
1. Dateiformat & Grundeinstellungen
□ Ist die Datei als PDF/X-4 oder PDF/X-1a exportiert?
□ Sind alle Ebenen reduziert und keine Transparenzen vorhanden?
□ Liegt die Datei in der finalen Druckversion vor (keine Korrekturebenen)?
2. Farben & Farbmanagement
□ Sind alle Farben im CMYK-Modus angelegt?
□ Ist das Farbprofil „Coated FOGRA39“ (ISO 12647-2:2004) eingestellt?
□ Sind RGB-Farben und Schmuckfarben korrekt konvertiert?
□ Liegt der Gesamtfarbauftrag unter 300%?
3. Bilder & Grafiken
□ Haben alle Bilder mindestens 300 dpi bei der Druckgröße?
□ Sind alle Bilder eingebettet (nicht nur verknüpft)?
□ Sind Logos und grafische Elemente als Vektoren angelegt?
□ Sind alle Bilder im CMYK-Modus konvertiert?
4. Schriften & Texte
□ Sind alle Schriften vollständig eingebettet?
□ Wurden keine Systemfonts verwendet, die fehlen könnten?
□ Sind alle Texte in Kurven umgewandelt oder Schriften eingebettet?
□ Ist die Schriftgröße für den Druck ausreichend (mindestens 6 pt)?
5. Layout & Formate
□ Ist die Beschnittzugabe von 3 mm auf allen Seiten angelegt?
□ Liegt ein Sicherheitsabstand von mindestens 3 mm vor?
□ Entspricht das Endformat exakt den Druckspezifikationen?
□ Sind alle wichtigen Elemente innerhalb des Sicherheitsbereichs?
6. Technische Validierung
□ Wurde ein Preflight-Check in InDesign durchgeführt?
□ Zeigt die PDF-Validierung keine Fehler an?
□ Ist die Dateigröße angemessen (nicht zu groß für den Transfer)?
□ Wurden alle Druckereispezifikationen berücksichtigt?
Wenn Sie alle Punkte mit „Ja“ beantworten können, sind Ihre Druckdaten optimal für die Produktion vorbereitet. Bei Unsicherheiten kontaktieren Sie Ihre Druckerei vor dem Versand – das spart Zeit und vermeidet Nachkorrekturen.
CMYK vs. RGB: Warum der richtige Farbmodus entscheidend ist
Der Unterschied zwischen CMYK und RGB ist eine der häufigsten Ursachen für Farbabweichungen beim Ordnerdruck. RGB ist ein additives Farbsystem, das Licht hinzufügt – je mehr Licht, desto heller wird die Farbe. Bildschirme verwenden RGB, indem sie rote, grüne und blaue Lichtpunkte mischen. CMYK ist ein subtraktives System, das Licht absorbiert – je mehr Farbe aufgetragen wird, desto dunkler wird das Ergebnis.
Bildschirmfarben sehen anders aus als Druckfarben, weil Ihr Monitor Licht ausstrahlt, während gedruckte Farben das Licht reflektieren. Ein leuchtendes Orange (RGB 255,100,0) wird im CMYK-Druck deutlich dunkler und weniger intensiv. Besonders problematisch sind Neonfarben, leuchtende Grün- und Blautöne sowie sehr helle Gelbtöne – diese können im Druck nicht originalgetreu wiedergegeben werden.
In Adobe Photoshop konvertieren Sie RGB-Bilder über Bild → Modus → CMYK-Farbe. Wichtig: Führen Sie diese Konvertierung erst am Ende Ihrer Bildbearbeitung durch, da der CMYK-Farbraum kleiner ist und Bildinformationen verloren gehen können. In InDesign stellen Sie unter Fenster → Farbe den Farbmodus auf CMYK um.
Sonderfarben wie Pantone sind sinnvoll, wenn Sie eine exakte Farbwiedergabe benötigen – etwa für Ihr Corporate Design. Ein Pantone-Rot bleibt immer identisch, während CMYK-Mischungen je nach Papier und Druckbedingungen variieren können. Für Ordner mit Firmenlogo ist das oft die bessere Wahl.
Praktische Tipps zur Farbprüfung
Nutzen Sie in Photoshop die Softproof-Funktion (Ansicht → Proof einrichten → Benutzerdefiniert), um zu sehen, wie Ihre Farben im Druck aussehen werden. Aktivieren Sie „Nicht darstellbare Farben anzeigen“ – diese werden grau markiert und sollten angepasst werden. Bei wichtigen Projekten empfiehlt sich ein Andruck, bei dem die Druckerei eine kleine Auflage zur Farbkontrolle erstellt.
Optimale Dateigröße: Balance zwischen Qualität und Handhabbarkeit
Die richtige Dateigröße ist entscheidend für einen reibungslosen Druckprozess. Ein A4-Ordnerdesign sollte idealerweise zwischen 5-20 MB liegen, während größere Formate bis zu 50 MB erreichen können. Dateien unter 5 MB deuten oft auf zu niedrige Bildqualität hin, während Dateien über 100 MB meist unnötig aufgebläht sind und Probleme beim Upload verursachen.
Komprimierung ist dann sinnvoll, wenn Ihre Datei die Upload-Limits Ihrer Druckerei überschreitet oder der Transfer zu lange dauert. Moderne PDF-Komprimierung kann die Dateigröße um 30-70% reduzieren, ohne sichtbare Qualitätsverluste zu verursachen. Vermeiden Sie jedoch übermäßige Komprimierung, da diese zu Artefakten und unscharfen Bildern führt.
Im PDF-Export stellen Sie die JPEG-Qualität auf „Hoch“ (80-90%) ein. Verwenden Sie Downsampling nur bei Bildern über 450 dpi – diese werden automatisch auf 300 dpi reduziert. Aktivieren Sie die ZIP-Komprimierung für Grafiken mit wenigen Farben wie Logos oder Diagramme.
Übergroße Bilder identifizieren Sie in InDesign über das Verknüpfungen-Bedienfeld. Bilder mit einer effektiven Auflösung über 300 dpi können meist verkleinert werden. In Photoshop optimieren Sie Bilder über „Für Web speichern“ oder „Exportieren als“, wobei Sie die Qualitätseinstellungen an den Bildinhalt anpassen.
Für sehr große Dateien über 50 MB nutzen Sie Transferdienste wie WeTransfer, Dropbox oder die Upload-Portale Ihrer Druckerei. Viele Druckereien bieten eigene Systeme für große Druckdaten an. Per E-Mail sollten Sie maximal 10 MB versenden – größere Dateien werden oft vom Mailserver blockiert.
Warnung vor zu starker Komprimierung
Reduzieren Sie die JPEG-Qualität niemals unter 60%, da sonst sichtbare Komprimierungsartefakte entstehen. Besonders bei Produktfotos und Gesichtern werden Qualitätsverluste schnell sichtbar. Testen Sie verschiedene Einstellungen und vergleichen Sie das Ergebnis bei 100% Zoom.
Dateianforderungen für verschiedene Druckverfahren
Je nach Druckverfahren unterscheiden sich die Anforderungen an Ihre Druckdaten erheblich. Während manche Verfahren flexibel mit verschiedenen Dateiformaten umgehen können, haben andere sehr spezifische Anforderungen. Die richtige Dateivorbereitung für das gewählte Druckverfahren entscheidet maßgeblich über die Qualität Ihres Ordners.
Offsetdruck – Der Standard für Ordner
Beim Offsetdruck gelten die bereits beschriebenen Standard-Anforderungen: PDF-Dateien im CMYK-Modus mit 300 dpi, eingebetteten Schriften und 3 mm Beschnittzugabe. Dieses Verfahren eignet sich hervorragend für größere Auflagen und bietet die beste Farbwiedergabe bei komplexen Motiven mit Farbverläufen und Fotos.
Offsetdruck verarbeitet sowohl Vektor- als auch Pixelgrafiken problemlos. Transparenzen werden korrekt wiedergegeben und auch feine Details bleiben scharf. Für die meisten Ordnerprojekte ist Offsetdruck die erste Wahl, da er ein optimales Verhältnis von Qualität, Flexibilität und Kosten bietet.
Digitaldruck – Flexibel bei kleinen Auflagen
Digitaldruck eignet sich besonders für kleinere Auflagen und personalisierte Ordner. Die Dateianforderungen ähneln dem Offsetdruck, jedoch sollten Sie spezielle Farbprofile wie „PSO Uncoated v3“ oder „GRACoL2013“ verwenden. Diese Profile sind auf die Eigenarten digitaler Druckmaschinen abgestimmt.
Bei Digitaldruckern können Volltonfarben problematisch sein, da sie oft in CMYK-Werte umgerechnet werden müssen. Verwenden Sie daher bevorzugt CMYK-Farben oder sprechen Sie Sonderfarben vorab mit der Druckerei ab. Die Papierauswahl beeinflusst beim Digitaldruck das Ergebnis stärker als beim Offset.
Siebdruck – Präzision durch Vektordateien
Siebdruck erfordert reine Vektordateien, da jede Farbe als separate Druckebene angelegt werden muss. Erstellen Sie für jede Siebdruckfarbe eine eigene Ebene in Ihrer Datei. Farbverläufe sind beim Siebdruck nicht möglich – verwenden Sie stattdessen Volltonfarben oder Rasterpunkte für Schattierungen.
Volltonfarben wie Pantone-Farben sind beim Siebdruck Standard und ermöglichen leuchtende, deckende Farben. Besonders auf dunklen Ordnern zeigt Siebdruck seine Stärken. Beachten Sie Mindestabstände zwischen Druckelementen von etwa 0,5 mm, da das Verfahren mechanische Toleranzen hat.
Heißfolienprägung – Vektoren ohne Verläufe
Für Heißfolienprägung benötigen Sie ausschließlich Vektordateien ohne Farbverläufe oder Transparenzen. Alle zu prägenden Elemente müssen als schwarze Volltonfarbe angelegt sein – die Folie wird später in der gewünschten Farbe aufgebracht. Mindest-Strichstärken von 0,3 mm sind einzuhalten, da feinere Linien beim Prägevorgang brechen können.
Texte sollten eine Mindestschriftgröße von 8 Punkt haben und nicht zu filigran sein. Serifenschriften eignen sich weniger als klare, serifenlose Schriften. Die mechanische Beanspruchung beim Prägen erfordert robuste Gestaltungselemente, die dem Druck standhalten.
UV-Druck – Besonderheiten bei Weißunterlegung
UV-Druck ermöglicht das Bedrucken dunkler oder transparenter Materialien durch eine spezielle Weißunterlegung. In Ihrer Datei müssen Sie eine zusätzliche Ebene für die Weißunterlegung anlegen. Diese wird als Sonderfarbe „Weiß“ oder „White“ definiert und bestimmt, wo die weiße Grundierung aufgetragen wird.
Die Weißebene sollte alle Bereiche abdecken, in denen Farben gedruckt werden sollen. Ohne Weißunterlegung wirken Farben auf dunklen Materialien transparent und verfälscht. UV-Druck bietet außerdem die Möglichkeit matter oder glänzender Lackeffekte durch zusätzliche Druckebenen.